Die Geschichte der Bettwäsche - Von den Anfängen bis heute.

Von Tierhaut zu Mako-Satin: ein Ausflug in die Geschichte der Bettwäsche
Etwa ein Drittel seines Lebens verbringt der Mensch mit Schlaf. Kein Wunder, dass wir der Gestaltung unserer Schlafumgebung gern so viel Aufmerksamkeit schenken. Wir richten unsere Schlafzimmer gemütlich ein und wählen Bett und Matratze umsichtig aus. Und natürlich legen wir auch Wert auf schöne und angenehme Bettbezüge. Aus unterschiedlichen Materialien und verschiedensten Designs wählen wir ganz nach unseren Vorlieben. Das erscheint uns heute mehr oder weniger selbstverständlich. Es war aber nicht immer so...

Schlafen auf Stroh und Fell: die Anfänge der Bettwäsche
Seit wann genau Menschen Bettbezüge verwenden, ist nicht ganz klar. Das Schlafen auf Betten ist aber schon seit einigen Jahrtausenden bekannt. Die alten Ägypter, aber auch Perser, Römer und Assyrer, pflegten nicht auf dem Boden zu schlafen, sondern erhöhten mit verschiedenen Mitteln den Untergrund. Erste Matratzen wurden aus Stroh, Schilf, Wolle oder Federn konstruiert. Tierhäute und -felle wurden dafür als erste Überzüge genutzt und stellen damit wohl die erste Form der Bettwäsche dar.
Die Herstellung von Tuchwaren aus Flachs soll in Ägypten zur Verwendung erster richtiger Bettlaken geführt haben. Diese Idee soll dann ihren Weg nach Europa gefunden haben, wo die Verarbeitung von Leinen zu Überzügen für Kissen und Matratzen ab dem 17. Jahrhundert immer mehr Verbreitung fand. Die Herstellung war allerdings aufwendig und langwierig und Bettbezüge entsprechend kostspielig. Bunte Bettbezüge gab es damals nicht. Die Standart-Farbe war Weiß. Eingestickte Verzierungen oder das Anbringen von gestickten Monogrammen waren allerdings üblich.

Von Bräuten und ihrer Aussteuer: als Bettwäsche noch Wohlstand bedeutete
Vielfach war Bettwäsche in früheren Zeiten nicht einfach ein Alltagsgegenstand, sondern zeigte auch den Wohlstand eines Haushaltes an. Können sie sich vorstellen, Ihre Tochter bei deren Hochzeit mit Bergen von Bettwäsche ausstatten zu müssen? In früheren Zeiten war genau das ein gängiges Problem von Brauteltern, denn die Bettwäsche stellte einen wichtigen Teil der Brautausstattung dar. Je mehr und in je besserer Qualität eine junge Braut Güter wie Laken, Kissen- und Bettbezüge in die Ehe mitbrachte, als desto wohlhabender galt sie und desto besser war ihr gesellschaftlicher Stand. Eine unzureichende Ausstattung oder schlechte Qualität der Aussteuer galten als peinlicher Makel. Entsprechend war die Bettwäsche weniger für den täglichen Gebrauch, sondern vielmehr zum Herzeigen bestimmt. In pedantisch genauer Ordnung und Reinlichkeit wurde sie in Schränken und Truhen aufbewahrt. Heute erscheint uns der Gedanke, dass Besucher unsere Wäscheschränke untersuchen, eher befremdlich, damals war es aber durchaus nicht unüblich, dass Verwandte diese bei Besuchen inspizierten, um die Qualitäten der Ehefrau zu beurteilen.
Mit der tatsächlichen Gebrauchsbettwäsche war man, gerade in weniger wohlhabenden Kreisen, weniger sorgsam. Das Waschen war mühsam und das Wissen über Hygiene noch wenig verbreitet und so erfolgte der Bettwäschewechsel deutlich seltener als heute üblich.

Massenproduktion schafft Vielfalt: Bettbezüge in der Neuzeit
Ab den 1830er Jahren bot sich ein neuer Rohstoff für die Herstellung von Bettwäsche an. In Amerika nahm die Baumwollproduktion zu. Sie war nicht nur lohnenswerter im Anbau, sondern ließ sich auch deutlich leichter weiterverarbeiten. Baumwollbettwäsche wurde deshalb in den folgenden Jahrzehnten immer beliebter. Mit der Entwicklung von Webmaschinen konnten Baumwollstoffe bald auch maschinell und damit noch schneller und kostengünstiger produziert werden.
Und die Textilproduktion entwickelte sich weiter. Im 20. Jahrhundert begannen zunehmend auch Kunstfasern, wie Polyester, eine Rolle bei der Bettwäscheproduktion zu spielen. Mit modernen Färbe- und Drucktechniken änderte sich auch die Optik der Bettbezüge. Der übliche Bettbezug in weiß wich einer Vielfalt an Farben und Dekoren.
Mittlerweile gehört eine individuelle Bettwäscheauswahl für uns zur normalen Ausstattung jedes Haushaltes und ist ein wichtiger Bestandteil unsere Schlafkultur.

Und heute? - andere Länder, andere Sitten
Auch heute finden sich weltweit Unterschiede bei der Verwendung von Bettwäsche. Wussten sie beispielsweise, dass die in Deutschland verbreitete Art unter einer gefüllten und bezogenen Bettdecke zu schlafen in vielen anderen Ländern unbekannt ist? Andernorts bedeckt man sich häufig nur mit einem Laken, das unter der Matratze festgesteckt wird oder mit einer dünnen Decke, die in ein Laken eingeschlagen wird. Sowohl deutsche Touristen im Ausland, als auch ausländische Besucher deutscher Hotels sind bis heute immer wieder irritiert über diese jeweils „fremdartigen“ Sitten.
Auch bei der Ausstattung zeigen sich unterschiedliche Vorlieben. Während bei uns die meisten Menschen daran gewöhnt sind, mit einem Kissen und einer eigenen Decke zu nächtigen, bevorzugen beispielsweise Franzosen oder Amerikaner mehrere Kissen und eine große Decke für beide im Doppelbett.
In vielen tropischen Klimaten sind Matratzen und dickes Bettzeug wiederum gänzlich unüblich und für die heiße, feuchte Umgebung auch ungeeignet. Man schläft dort auf Gestellen aus Holz oder Metall, die mit Stoff oder Schnüren bespannt sind und nur mit Tüchern abgedeckt werden.
Für die Maße von Bettwäsche gibt es übrigens keinen internationalen Standard. Wer auswandern möchte oder einen längeren Auslandsaufenthalt plant, sollte also vorher prüfen, ob die eigenen Bettbezüge am Zielort überhaupt brauchbar sind. Selbst in Nachbarländern wie Frankreich, Österreich oder Polen sind bereits abweichende Größen der Bettbezüge üblich.

Wir hoffen sie haben für jede Gelegenheit, Anforderung und Bedingung einen passenden Bettbezug im Schrank – wenn nicht, versorgen wir sie gerne ;-)

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